Nach der Bergpilger-Reise – Mein Resümee

Gut 2 Jahre nachdem ich meine Bergpilger-Reise abgeschlossen hatte, komme ich endlich dazu, ein Resümee zu ziehen und kurz zu berichten, wie es nach meiner Auszeit weiterging.

 

Der Weg zurück in den Alltag

vorher-nachher
Bart ab – der erste Schritt zurück in die Zivilisation

 

Mit einem etwas mulmigen Gefühl hatte ich mich von Klosters aus per Bahn auf den Weg zurück in den Alltag gemacht. Doch ich muss sagen, es fiel mir viel leichter als gedacht, zurück in das normale Leben zu finden.

Während der Fahrt nach Hause habe ich festgestellt, wie unsere Luft in den Städten durchsetzt ist von allen möglichen Gerüchen. Meine von der frischen Bergluft verwöhnte Nase fühlte sich anfänglich sehr belästigt von Zigarettenqualm, Auspuffgasen, unterschiedlichsten Parfüms, einer unfassbaren Mischung unterschiedlichster Essensdüften und anderen Gerüchen der zivilisierten Gesellschaft. Doch sie hat sich recht schnell wieder den neuen Bedingungen angepasst.

Auch all die anderen „ersten Male“ nach der dreimonatigen Abstinenz fühlten sich nicht viel anders an als davor. Das erste Mal Autofahren, das erste Mal den Rechner wieder hochfahren, all die anderen Dinge des täglichen Lebens fühlten sich genauso an wie in meiner Erinnerung.

 

Der Erfolgsdruck meldet sich zurück

Pünktlich mit meinem Entschluss auf der Sesvennahütte, meine Wanderung am Gemsli zu beenden, setzten sich die Gedanken um meine berufliche Zukunft wieder in Gang. Zuhause angekommen, kamen sie so richtig in Fahrt, denn eins war klar: die Auszeit ist nun vorüber. Während meiner Wanderung ist ja der Entschluss herangereift, dass ich ein Smartes Business Modell [http://bergpilger.de/tag-24-wiederkehrende-begegnungen/] anstreben möchte. Doch eines meiner Ziele, mit einer konkreten Produktidee nach Hause zu kommen, habe ich während meiner Bergpilger-Reise nicht erreicht. Eigentlich auch kein Wunder! Gute Produktideen entstehen ja oft dann, wenn ein konkretes Bedürfnis im Alltag nicht (gut) erfüllt werden kann. Derartige Situationen sind während meiner Wanderung jedoch nie vorgekommen.

 

Erste Gehversuche

Also musste ich, zurück im Alltag, diese Produktidee finden. Trotz aller Recherchen wollte keine Idee aufkommen. Sie kam stattdessen – wie eben schon beschrieben – aus einer ganz konkreten Situation des Alltags heraus auf: als Hundehalter sind wir sehr gewissenhaft, was das Beseitigen der Hinterlassenschaften unseres Jakobs betrifft. Schließlich finden wir es selbst sehr eklig, wenn man in solch einen Haufen tritt. Es versteht sich also von selbst, dass wir auch auf andere Mitmenschen entsprechend Rücksicht nehmen. Umso mehr regt es uns immer wieder auf, wenn wir an herrenlosen Hundehaufen vorbeikommen. Schnell kam die Idee auf, das Thema Hundekot und seine Beseitigung in zeitgemäßer Art vermarkten zu wollen und dieses eklig anmutende Thema besser in den Alltag integrierbar zu machen. Das war die Geburtsstunde von pooplino, eine Marke, die für dekorative Kotbeutelspender und umweltfreundliche Kotbeutel steht: www.pooplino.com

 

 

Ich hatte bereits die richtige Produktidee in mir ohne es zu wissen!

Im Laufe der folgenden Monate habe ich mit meinem Projekt pooplino viele wertvolle Erfahrungen sammeln können. Sowohl indem ich erkannte, was gut lief, als auch durch Fehler, die ich gemacht hatte. Am Ende stellte ich jedoch fest: mit pooplino werde ich es schwer haben, wirklich erfolgreich zu werden, da dieser Markt von asiatischen Produkten beherrscht wird. Ein Produkt „Made in Germany“ wird es schwer haben, wettbewerbsfähig zu sein. Schlimmer noch, es ist teilweise sogar unmöglich, in Deutschland, oder wenigstens in Europa, passende Lieferanten zu finden.

Es fiel die Entscheidung, neben pooplino ein weiteres Projekt zu starten. Diesmal sollte nicht meine persönliche Vorliebe (bei pooplino war es unsere Liebe zu Hunden) das Betätigungsfeld bestimmen sondern eine vernünftige Marktbetrachtung. Um viele wertvolle Erfahrungen reicher kam nach einer ausführlichen Marktrecherche ein Segment zum Vorschein, das ideal für mein Streben nach einem Smart Business Modell sein dürfte: Nahrungsergänzungsmittel und kosmetische Produkte aus natürlichen Rohstoffen.

Zu dieser Zeit plagten mich bereits seit einigen Monaten einige diffuse Symptome wie häufige Wadenkrämpfe, Muskelzuckungen, verkrampfte Rückenmuskulatur, gesteigertes Schlafbedürfnis und andere mehr. Zufällig erzählte ich meiner Mutter hiervon, worauf sie ohne lange zu überlegen einen Verdacht hatte: Magnesiummangel. Sie hat mir umgehend eine klare Flüssigkeit abgefüllt, es mir als Magnesium-Öl vorgestellt und gesagt, ich solle mich damit täglich einreiben. Ehrlich gesagt war ich recht skeptisch, aber ich hatte ja auch nichts zu verlieren, also probierte ich es aus. Parallel habe ich mich im Internet (z.B. hier: www.zechstein-magnesium-oil.com) mit dem Thema Magnesiummangel beschäftigt und schnell war mir klar, diesen Magnesiummangel verdanke ich insbesondere der außergewöhnlichen körperlichen Belastung meiner Alpenwanderung.

Nach ca. zwei Wochen täglichen Einreibens mit Magnesiumöl gingen die Symptome bereits deutlich zurück, teilweise sogar ganz weg! Ich beschloss, mich intensiver mit diesem Mittel zu beschäftigen und verschlang diverse Fachbücher. Die Idee kam auf, mit Magnesium-Öl in das gerade per Recherche neu definierte Feld für mein zweites Smart Business Projektes zu starten. Nach monatelanger Vorarbeit ist Anfang 2017 dann tatsächlich mein erstes Produkt unter der Marke Green Elements an Markt gegangen: www.green-elements.de

Als ich mit einem Freund abends bei einem Bierchen zusammen saß und ich ihm von meinen Aktivitäten erzählte, hat er mich auf etwas aufmerksam gemacht, das ich so noch gar nicht begriffen hatte: Meine Bergpilger-Reise hat mir durch den Magnesiummangel am Ende doch den Weg gewiesen und mir die passende Produktidee für meine Pläne präsentiert!

Heute kann ich von dem, was meine beiden Projekten pooplino und Green Elements abwerfen, bereits gut leben. Doch Grund zum Ausruhen gibt es deshalb noch lange nicht! Viele Aufgaben und neue Ideen warten noch darauf, umgesetzt zu werden, damit mein beruflicher Erfolg auch nachhaltig gesichert ist. Denn eines möchte ich nicht mehr aufgeben: die Selbstbestimmtheit und Unabhängigkeit, die mir meine Smart Business Projekte geben!

 

Wie hat mich meine Wanderung verändert?

Immer wieder werde ich gefragt, ob und wie meine Bergpilger-Reise mich verändert hat. Aber erst mit einem zeitlichen Abstand kann ich wirklich auf diese Frage Antworten geben.

Zum einen habe ich das Urvertrauen (zurück-?) gewonnen, dass die Dinge sich fügen, wenn man Zielstrebigkeit und Geduld miteinander vereint. Denn diese beiden Eigenschaften sind der Gegenpol zum Glück. Denn wer ohne eigenes Zutun auf sein Glück wartet, wird beste Aussichten haben, enttäuscht zu werden. Als Freund von Metaphern versuche ich es mit folgendem Beispiel: wenn ich als völlig unerfahrener Dart-Spieler darauf hoffe, gleich mit dem ersten Wurf das Bull’s Eye (der rote Punkt in der Mitte der Dartscheibe) zu treffen, werde ich wahrscheinlich eines Besseren belehrt werden. Treffe ich doch, dann ist das wohl eher Glück gewesen. Wenn ich aber 100, 200 oder gar 500 mal werfe, dann werde ich irgendwann ganz sicher einen Treffer erzielen. Das ist dann das Ergebnis von Beharrlichkeit und Geduld. Ich darf mich nur nicht selbst entmutigen oder gar von anderen entmutigen lassen à la „das schaffst Du doch eh nicht“. Und ich darf nicht zu früh aufgeben. Der nächste Wurf könnte der große Treffer werden! In diesem Sinne habe ich von meiner Wanderung eine Zuversicht mit nach Hause genommen, von der ich noch heute profitiere!

Meine Bergpilger-Reise hat mich aber auch genügsamer gemacht. Die Erkenntnis, dass Erlebnisse glücklicher machen können als Besitz, ergriff während der Wanderung zunehmend Besitz von mir. Ich brauchte tatsächlich nicht mehr, als in meinen Rucksack passte. Mehr noch, ich hatte sogar zweimal meine Ausrüstung abgespeckt, da ich mit einem leichteren Rucksack die Wanderung viel angenehmer erleben konnte als mit dem Komfort einiger Ausrüstungsgegenstände.

Hierbei muss ich den Begriff Erlebnis einschränken: ich meine damit kein gekauftes Erlebnis wie z.B. ein Kinobesuch, eine Fahrt in der Achterbahn oder ein teurer Urlaub. Ihnen liegt ein Kurzzeit-Effekt zugrunde, der schnell wieder verpufft. Erlebnis kommt von er-leben. Von selbst machen und erfahren. Das kann auch mal anstrengend sein oder anderweitig spaßbefreit sein. Aber erst dann brennt es sich als ein Erlebnis ins eigene Ich ein, von dem man auch Jahre später zehren kann.

Noch heute stelle ich fest, dass sich mein Konsumverhalten nachhaltig verändert hat. Nein, ich bin nicht zu einem Minimalisten mutiert. Aber das Verlangen ist verebbt, alles Mögliche zu Kaufen, nur um mich damit zu belohnen oder um im gesellschaftlichen Wettbewerb mithalten zu können. Denn ich habe erkannt, dass mir diese Dinge keinen nachhaltigen Mehrwert bringen können.

 

Neue Pläne

Eines der wesentlichen Merkmale von Smart Business Modellen ist die Ortsunabhängigkeit. Hierfür muss ich zwar noch einige Prozesse automatisieren, ich werde dieses Ziel aber im ersten Halbjahr 2018 erreicht haben. Dann kann ich, gewappnet mit einem Notebook und einem Internetzugang, von überall aus arbeiten.

Und diese Freiheit möchte ich dann natürlich nutzen. Mein Plan ist es, mit einem Wohnmobil – mal zusammen mit meiner Partnerin und Hund, mal alleine – die Welt zu erkunden. Hier zum Abschluss ein Video von Felix Starck und seiner Freundin Selima Taibi, das mich besonders inspiriert hat. Leider ist solch ein Gefährt für Europa ungeeignet, aber die Zeit wird zeigen, welcher fahrbarer Untersatz es für meine Pläne werden wird. Wichtig ist vor allem, dass es mit einer vernünftigen Sattelitenschüssel ausgestattet ist. Dann kann ich von überall aus arbeiten, egal ob auf Island oder von Spanien aus. So stelle ich mir eine gelungene Work-Life-Balance vor!

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