Tag 69: Tag der Entscheidung

So. 16. August 2015, auf der Sesvennahütte

Heute soll es durch die Uina-Schlucht gehen. Die fünf Mountainbiker haben mir gestern bereits überschwänglich von ihr vorgeschwärmt. Doch beim Aufstehen merke ich, dass mir mein Fuß immer noch den gestrigen Tag übel nimmt. Das Wetter scheint auch bescheiden zu bleiben und so fällt der Entschluss leicht, heute hier einen Tag Pause einzulegen.

 

Ziele erreicht!

Ich nutze die Zeit, meinen Rückstand bezüglich meiner Berichte aufzuholen. Zwischendurch stöbere ich in ausliegenden Bergsteiger-Magazinen. Allerdings nervt mich das ewige Leistungsdenken und Kräfte messen. Warum können wir Menschen nicht einfach etwas genießen? Da beschweren sich die meisten Menschen über unsere Leistungsgesellschaft und was machen wir in unserer Freizeit? Genau, wir rennen wieder irgendwelchen Maxima hinterher und versuchen, irgendetwas zu toppen.

In den vergangenen Tagen habe ich immer mit dem Gedanken geliebäugelt, von Klosters, meinem eigentlichen geografischen Ziel aus, noch aus den Alpen heraus bis zum Bodensee zu gehen. Heute fälle ich diesbezüglich eine Entscheidung! Ich glaube, in den zurückliegenden zehn Wochen gefunden zu haben, wonach ich gesucht hatte. Ich habe meinen Kopf frei bekommen und innere Ruhe gefunden. Ich habe mir wieder Klarheit darüber verschaffen können, was wirklich in meinem Leben zählt, und meinen Lebenskompass neu kalibriert. Außerdem weiß ich, dass mein Fuß all diese Strapazen sehr gut mitgemacht hat, wenn wir den heutigen Tag mal großzügig ausklammern. Weshalb sollte ich diese Bergpilger-Reise dann künstlich in die Länge ziehen? Ich werde, wie geplant, zum Rütli gehen und dort mein Bergpilger-Projekt beenden. Mein Wunsch ist es, dort den Mann kennenlernen zu können, der mir mit seinem Buch „Über die Berge zu mir selbst: Ein Banker steigt aus und wagt ein neues Leben“ den Mut gegeben hat, meine persönliche Reise zu mir selbst zu wagen: Rudolf Wötzel. Aber noch weiß er nichts von mir.

Am Abend teile ich mir erneut den Tisch mit einem Trio von Trans-Alp-Mountainbikern, diesmal aus Köln. Die drei retten meinen Abend, denn mit den beiden vorwitzigen, etwas älteren Damen zu meiner Linken kann ich überhaupt nichts anfangen!

 

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